Der Alltag eines Schülervertreters
"Geben wir zu, wir sind auf jede Überraschung vorbereitet, nur die alltäglichen Dinge brechen über uns herein wie Katastrophen." Stanislaw Jerzy Lec
Post…
Als Schulsprecher bekommst du oft sehr viel Post, wobei nicht jeder Brief oder jede Werbung auch wichtig ist. Hebe dir die wichtigen auf und archiviere sie in einer Mappe.
„Infrastruktur“…
Du musst für dein Amt gratis kopieren und telefonieren dürfen. Natürlich gibt es gewisse Grenzen, die du schon anfangs mit deinem Direktor abstecken solltest, aber prinzipiell ist es nicht akzeptabel wenn du dafür zahlen musst.
Pinnwand…
Eine Pinnwand die möglichst zentral (neben dem Subplierplan) ist, solltest du dir auf jeden Fall besorgen.
SV Kammerl…
Ein eigener Raum muss zwar nicht sein, bringt aber einige Vorteile mit sich. Erkundige dich ob es nicht ein Sprechzimmer oder ähnliches gibt, in dem du einen Kasten benutzen darfst und kleine Besprechungen abhalten kannst.
Beschwerden…
Fast täglich beschweren sich Schüler über das Verhalten von Lehrern, meist begründet. Gehe den Vorwürfen nach, befrage die Klasse und den betroffenen Lehrer und versuche herauszufinden ob solche Dinge schon öfter vorgekommen sind. Spreche immer zuerst mit dem Lehrer bevor du zum Direktor oder gar noch weiter gehst! Mache dem Lehrer auf keinen Fall unbegründete Vorwürfe und weise ihn darauf hin, dass du nichts gegen ihn hast, sondern nur deine Arbeit tust!
Belastbarkeit…
Du bist nicht für alles Verantwortlich und du kannst auch nicht alles selber machen. Vergiss nie, dass du ein Team hast und lerne zu delegieren! Jeder Schüler wird es akzeptieren, wenn du ihm sagst, dass du momentan so viel um die Ohren hast, dass du dich leider nicht sofort um sein Problem kümmern kannst. Vergiss aber nicht, dass es Dinge gibt, die nicht aufgeschoben werden können!
Kompetenz…
Es ist nicht schlimm zu sagen, dass man etwas nicht weiß. Lieber auf jemanden anderen verweisen oder sich informieren, als dem Fragenden erfundene Dinge als Tatsachen zu verkaufen.
Lehrer…
Oft fühlen sich Lehrer persönlich von Schülervertretern angegriffen. Damit müssen sowohl wir, als auch die Lehrer leben. Mache ihnen aber klar, dass du nicht aus persönlichem Interesse handelst, sondern nur deiner Aufgabe nachgehst und dir ein unparteiisches Bild machen willst.
Kapo…
Du bist nicht dafür verantwortlich, dass sich die Schüler an die Regeln halten und du musst auch nicht den Kopf für andere hinhalten. Lasse dich auch nicht für Arbeiten einteilen, die du nicht machen willst und die auch nicht deine Aufgabe sind. Direktoren wollen oft, dass die Schülervertreter ihre Interessen gegenüber den Schülern vertreten, was einfach nicht in Ordnung ist, immerhin sollte es genau umgekehrt sein!
Informationsfluss…
Vertraue nicht darauf, dass Informationen, die du z.B. am schwarzen Brett angeschlagen hast auch gelesen werden. Besser ist es immer persönlich durch die Klassen zu gehen!
Fehlstunden...
Du hast als Schülervertreter das Recht für deine Tätigkeit vom Unterricht freigestellt zu werden. Vergiss aber nicht, dass du „hauptberuflich“ Schüler bist. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es zu glauben, dass der Klassenvorstand Schülervertreter entschuldigen muss. Laut Gesetz musst du ihn um Erlaubnis bitten, dem Unterricht fernbleiben zu dürfen – wenn er sie dir nicht erteilt kannst du nichts dagegen machen! Natürlich wird diese Regelung meist nicht so streng gehandhabt, es ist aber kein Fehler zu wissen, wie es wirklich ablaufen sollte!
TIPP:
Die wichtigsten Personen der Schule sind für dich Schulwart, das Reinigungspersonal und die Sekretärinnen. Wenn du dich mit ihnen gut verstehst, bekommst du viele Infos, die du sonst nie bekommen würdest. Besonders der Schulwart ist in Sachen SV Kammerl und Pinnwand ein wichtiger Bündnispartner.
